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Höchstleistungsrechnen in Deutschland: Bund und Länder unterstützen die GCS-Mission "Smart Exascale" mit knapp 500 Millionen Euro

PRESSEMITTEILUNG 06a/2017

Frankfurt am Main, 20.6.2017—Deutschlands führende Supercomputing-Institution, das Gauss Centre for Supercomputing (GCS), läutet die nächste Dekade des Höchstleistungsrechnens in Deutschland ein. Für seine Mission "Smart Exascale" wurde dem GCS bis Ende 2025 eine Fördersumme von knapp 500 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Dieses Budget wird dazu beitragen, dass das GCS und damit Deutschland seine Rolle als globaler Player im Bereich des Höchstleistungsrechnens (High Performance Computing/HPC) weiterhin zielgerichtet ausbauen kann. Die Förderung ist eine gemeinsame Maßnahme des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Wissenschaftsministerien der Länder Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen.

Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung der Internationalen Supercomputing Conference (ISC) in Frankfurt am Main bekräftigte MinDir Prof. Dr. Wolf-Dieter Lukas, Leiter der Hauptabteilung 5, Bundesministerium für Bildung und Forschung, Schlüsseltechnologien – Forschung für Innovationen, den Willen von Bund und Ländern, das Höchstleistungsrechnen über das GCS weiterhin umfassend zu fördern. Anders als weltweit verfolgte Bestrebungen in Richtung Exascale Computing, also einen Rechner anbieten zu können, der tausend Mal schneller ist als die derzeitigen Petascale-Supercomputer, wird in Deutschland der Fokus jedoch nicht exklusiv auf Exascale-Hardware gelegt. "Wir konzentrieren uns auf "Smart Scaling," betonte Lukas, und fuhr fort: "Sicherlich wird das GCS zu gegebenem Zeitpunkt mindestens ein Exascale-System betreiben. Die Ausreizung des verfügbaren Leistungsvermögens der Supercomputer für Wissenschaft und Forschung durch optimierte Anwendungen und adäquat ausgebildete Nutzer steht für uns jedoch im Vordergrund. Das GCS beschreitet hier bereits den richtigen Weg - es betreibt Supercomputing und nicht nur Supercomputer - weshalb das GCS weiterhin unsere volle Unterstützung erfährt."

Das GCS ist der Zusammenschluss der drei nationalen Höchstleistungsrechenzentren in Stuttgart (Höchstleistungsrechenzentrum der Universität Stuttgart/HLRS), Jülich (Jülich Supercomputing Centre/JSC) und in Garching bei München (Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften/LRZ und feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Schon heute verfügt das GCS über eine Systeminfrastruktur der höchsten Leistungsklasse und gilt weltweit als eine führende Größe im internationalen Supercomputing. Mit den Höchstleistungsrechnern Hazel Hen (HLRS), JUQUEEN (JSC) und SuperMUC (LRZ) setzt das GCS seit seiner Gründung internationale Maßstäbe. Zusammengenommen liefern die drei Supercomputer zur Zeit eine Rechenleistung von mehr als 20 Petaflops (1 Petaflop = 1 Billiarde Rechenoperationen pro Sekunde, das ist eine 1 mit fünfzehn Nullen).

"Für uns stand schon immer und steht auch weiterhin die effiziente Nutzung unserer Höchstleistungsrechner an oberster Stelle," betont Professor Dr.-Ing. Michael M. Resch, Vorstandsvorsitzender des GCS und Direktor des Höchstleistungsrechenzentrums Stuttgart. "In Deutschland bieten wir die einzigartige Konstellation, in den drei Zentren Systeme der höchsten Leistungsklasse anbieten zu können, die über komplementäre Systemarchitekturen verfügen. Damit sind wir in der Lage, die diversen Wissenschaftsbereiche, die auch an die Systeme unterschiedliche Anforderungen, haben, optimal zu bedienen.

Die Mission "Smart Exascale" berücksichtigt, dass es im Höchstleistungsrechnen längst nicht mehr nur darum geht, die schnellsten Supercomputer zu haben und deren Leistung zu erhöhen. "Bei immer stärkeren und komplexeren Anwendungen steigt der Aufwand für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, ihre Programme und Modelle für Supercomputer zu optimieren, " erläutert Resch. "Es wird für Experten aus allen Anwendungsdisziplinen immer schwieriger, die angebotenen Systemleistungen voll auszunutzen. Deshalb braucht es im Supercomputing zukünftig eine noch stärkere Zusammenarbeit, um disziplinübergreifend das HPC-Wissen und die notwendigen HPC-Kompetenzen zusammenzubringen. Wir wollen mehr Nutzer, die ähnlich wie Formel-1-Piloten ihren Rennwagen am Limit fahren können," bekräftigt Resch, der in der zielgerichteten Ausbildung und einer verstärkten Zusammenarbeit der HPC-Nutzer eine der wichtigsten Aufgaben des GCS sieht.

Folgerichtig wird das Budget nicht nur der schrittweisen Erweiterung der HPC-Infrastruktur und der Weiterentwicklung der Softwaretechnologien in den drei GCS-Zentren dienen. Insbesondere wird das GCS sein bisheriges Angebot für die Nutzer seiner Supercomputer stark ausbauen: Schulungen, Workshops und eine noch intensivere Nutzer-Betreuung zählen zu dem neuen Servicekonzept der aktuellen Finanzierungsphase. Um dies zu erreichen, sollen - auf die drei Zentren verteilt - fast 30 neue Mitarbeiter dafür Sorge tragen, dass alle HPC-Nutzer wie z. B. Materialwissenschaftler, Klimaforscher, Ingenieure oder auch Biologen in die Lage versetzt werden, das optimale Leistungsvermögen der GCS-Höchstleistungsrechner auszureizen, um mithilfe von Simulationen Antworten auf drängende Fragen unserer Zeit zu finden.

The 3 GCS HPC SystemsDie Höchstleistungsrechner des Gauss Centre for Supercomputing erbringen derzeit zusammen eine Rechenleistung von mehr als 20 Petaflops. Von links: System JUQUEEN des JSC (BlueGene/Q-System), SuperMUC des LRZ (IBM System x iDataPlex und Lenovo NeXtScale WCT) und Hazel Hen des HLRS (CRAY XC40).
Copyright: GCS

Über das GCS: Das Gauss Centre for Supercomputing e. V. (GCS) ist der Zusammenschluss der drei nationalen Höchstleistungsrechenzentren in Deutschland: dem Jülich Supercomputing Centre im Rahmen des John von Neumann-Instituts für Computing (NIC) in Jülich, dem Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) in Garching bei München und dem Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart (HLRS). Oberstes Ziel GCS ist die Förderung und Unterstützung des wissenschaftlichen Höchstleistungsrechnens. Die GCS-Supercomputer zählen zu den größten und leistungsfähigsten Höchstleistungsrechnern der Welt. Seit 2012 sind in jedem der drei GCS-Mitgliedszentren Computersysteme installiert, die mit Rechengeschwindigkeiten im Petaflops Bereich aufwarten. In Summe verfügt das GCS über eine Rechenleistung von mehr als 20 Petaflops, wodurch Forschern und Entwicklern aus allen wissenschaftlichen Bereichen und Vertretern der Industrie die mit Abstand leistungsfähigste Systeminfrastruktur in ganz Europa zur Verfügung steht. Als Mitglied der europäischen Initiative Partnership for Advanced Computing in Europe (PRACE) stellt das GCS auch Wissenschaftlern aus dem europäischen Ausland Rechenkapazitäten zur Verfügung.

Unterstützt wird das GCS durch entsprechende Projektförderung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und den Wissenschaftsministerien der Länder Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen.

Contact:

Regina Weigand, GCS Public Relations
+49 711 685-87261
r.weigand@gauss-centre.eu

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